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Neubauer Inferno


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Cogito

Cogito

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Geschrieben 05 Mai 2006 - 07:28

Patrick


Spielklasse: alle ca. Bezirksliga oben bis Landesliga mitte/unten
Holz: KKS 5, Appelgren Allplay, Rest unbekannt
Noppe: Inferno, rot, OX

Schon bei den ersten Schlägen erinnert der Inferno vom Spielgefühl her an den Super Block. Glücklicherweise (für mich) ist er aber nicht ganz so langsam, ist bei aktiven Schlägen aber einem schnelleren Holz drunter nicht abgeneigt. Auch in den Blockeigenschaften ist seine Verwandschaft zum Super Block angenehm: nebst der sehr guten Schnittumkehr (zum Nachziehen vergleichbar eklig wie Super Block oder Palio BE) kann bei nicht ganz harten Tops die Länge des Returns unangenehm kurz gehalten werden. Viele Bälle kamen unangenehm halblang, senkten sich also gerade hinter dem Tisch runter, wo sie wegen der Tischnähe und der starken Rotation nicht mehr nachzuziehen waren.
Druckschupfs kamen auch bei aggressiver Ausführung sehr sicher und teilweise auch mit unangenehmer Flugbahn.
Der Spieler, der v.a. lange Schnittabwehr praktiziert, spielte nicht gegen mich. Dass er aber nach 3 Minuten zum Schluss kam, dass der Inferno sein neuer Belag werde, spricht zumindest nicht gegen die Noppe...
Im Angriff zeigte sich der Inferno überraschend einfach zu spielen. Bei einer Noppe mit solcher Schnittumkehr/solchem Störeffekt hätte ich das nicht erwartet. Dadurch sprangen die Bälle für den Gegner unangenehm ab, je schneller gespielt desto übler!
Ich persönlich benötige dazu ein schnelleres Holz, da ich die Angriffsbewegung recht kurz und handgelenksbetont ausführe, der Kollege konnte es mit dem Allplay und längerer Bewegung aber mehr als gleichwertig.
Leute, die das Spiel des Kollegen gut kennen, stellten fest, dass die Bälle ähnlich unangenehm kamen wie beim BE und er an den Schlagtechniken kaum etwas ändern musste. Der Vergleich mit dem BE, der schon anderswo formuliert worden ist, scheint also nicht aus der Luft gegriffen, obwohl sich die beiden Noppen in ihrer Beschaffenheit doch sehr unterscheiden.
Wenn ich daran denke, wie beliebt der Palio gewesen ist, dürfte der Belag dem einen oder anderen einen Test wert sein.

#2 Cogito

Cogito

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Geschrieben 06 Mai 2006 - 10:15

Cogito

Spielklasse: KL
Holz: Backspin Starlight
VH: Mambo 1,5mm/ frisch
RH: Inferno OX/rot

1. Testtag (nach 4 Wochen Zwangspause)
Gegner: BK Spieler mit ausgeprägter Noppenerfahrung (=> Jörn Wallenwein)
Beim Einspielen traktierte mich Jörn mit harten Schlagspins auf meine RH, von denen ich kaum einen vernünftig Blocken konnte: zu hoher und weiter Ballabsprung, ungenügende Schnittumkehr. US-Abwehr aus der Distanz war sehr gut: schnell und mit ordentlich Effet. Spiel nach vorne ging hervorragend: sehr kontrolliert und druckvoll. Keinerlei Flattereffekt.
Das Trainingsspiel war ernüchternd: ca. 3-4 Punkte pro Satz. Jörns Kommentar: „Harmlos, zu gradlinig.“. Zur Kontrolle habe ich dann noch ein paar Sätze mit meinem Superblock gemacht: im Mittel 7-8 Punkte pro Satz – q.e.d.
Auch als Jörn kurz den Inferno auf seinem WAX testete, geriet ihm sein Spiel in ähnlicher Weise harmlos. Wir waren uns beide einig, daß das so nix ist, und diskutierten die Möglichkeit, daß dieser Belag ähnlich dem HO erst über längere Zeit eingespielt werden muß.

2. Testtag
Gegner: BK Spieler – 1x ein US Verteidiger und 1x ein Block-/Konterspieler
Das Spiel gegen den US-Verteidiger lief hervorragend. Der Inferno scheint speziell für diese Spezies prädestiniert. Auf US-Bälle kann man mit spielerischer Leichtigkeit und extrem hoher Kontrolle wirklich alles machen: Druckschupf, Heber oder „einfach“ nur Gegengehen oder auch Abschießen (bei genügender Höhe).
Gegen den Block-/Konterspieler sah die Sache wieder schlechter aus. Da er nix an Rotation in den Ball packte, kam von meiner Seite auch nix zurück und ich mußte meist auf leere Bälle spielen, womit ich Probleme hatte. Hier machte sich die mangelnde Vertrautheit mit dem Belag nachteilig bemerkbar.

3. Testtag
Gegner: 1 BK Spieler Typ reagierender, kontrolloptimierter Allroundspieler, 1 KL US-Schupfer/Blocker
Der Allroundspieler bekam schnell mit, daß Effet abträglich ist, so daß es wieder ein rotationsarmes Spiel wurde. Diesmal verlor ich knapper, kam etwas besser damit zurecht. Der US-Spieler war wieder die reinste Freude. Dem konnte ich so richtig Einheizen. Zudem hatte ich den Eindruck, daß der Störeffekt stärker wurde. Ab und an war ein leichtes Eiern meiner Bälle zu beobachten. Zudem betrachtete mein Gegner öfter fassunglos seinen Schläger, von dem der Ball gerade abgetropft war.

4. Testtag
Gegner: 1 BK Spieler selber ein erfahrener GLNoppi mit sicherem VH-Spinspiel und aktiver Dreher, 1 KK US-Schupfer/Blocker, 1 BOL Topspin Angreifer
Der BK-Spieler drehte in den ersten beiden Sätzen mit harten Schlagspins derart auf, daß ich meinen sang- und klanglosen Untergang vor Augen sah. Wider Erwarten gelang es mir jedoch mittels meines Inferno Sand ins Getriebe zu streuen: druckvolles Noppenspiel auf seine Noppen-RH zwangen ihn, zwecks Angriff seine RH zu umlaufen, was die Fehlerquote erhöhte. Zudem fand ich eine Einstellung zu seinen Schlagspins, so daß meist nach dem 2. Spin der dritte ins Netz ging – es war also Spinumkehr zu beobachten. Der US-Schupfer bereitete wieder große Freude (s.o.).
Interessant war jetzt der BOL-Topspinangreifer. Vorweg: der ist soviel besser als ich, daß der immer gewinnt – egal, was ich auf der Kelle habe. Der brauch bloß fest auf meine VH zu ziehen, dann ist Schluß. In den letzten Sätzen konzentrierte er sich darauf, meine RH zu knacken: mehrmalige Topspins, unterbrochen von Stopschupfs. Damit tat er sich sehr schwer. Der Belag entwickelte eine ausgesprochen gute Schnittumkehr (wenn die Bälle auf dem Hallenboden aufkamen, rollten sie vehement zu mir zurück). Zudem konnte ich sehr variabel platzieren vor allemwas die Länge angeht. Diese Sätze gingen alle knapp aus und einen konnte ich sogar gewinnen.

Zwischenfazit:
- für mich ist der Inferno ausgesprochen gewöhnungsbedürftig
- der Belag scheint eingespielt werden zu müssen: ich konnte eine deutliche Steigerung (von 0 ausgehend ist sie immer deutlich :rolleyes: ) des Störeffektes beobachten - zuletzt sogar mitunter ein leichtes Eiern.
- die Schnittumkehr macht einen zwiespältigen Eindruck. Keinesfalls entsteht sie „automatisch“ wie beim Superblock, denn mal ist sie sehr gut, mal unzureichend, so daß eine Abhängigkeit von der Schlagausführung angenommen werden kann, über deren Natur ich aber völlig im Dunkelen tappe.
- auf jeden Fall müssen die Schläge mit einer deutlichen Bewegung gespielt werden; nur damit erzielt man die notwendige Kontrolle, die dann aber sehr hoch ist. Als Beispiel möchte ich die Blockabwehr auf Schlagspins anführen: wenn man den Schlag aktiv ausführt, bereitet es keinerlei Schwierigkeiten, den Ball beliebig kurz abzulegen (oder aber lang und druckvoll nach hinten). Das gilt auch für kurze reflexhafteAbfangbewegungen. Wehe aber, man kann die Kelle nur hinhalten: extrem hoher und weiter Absprung, wenn nicht sofort ein Fehler, dann zumindest eine todsichere Einaldung an den Gegner.
- in einmaliger Weise hervorragend ist das Spiel gegen US – ein Traum bzw. Albtraum, je nach Sichtweise smoker . Schwieriger gestaltet sich das Spiel auf leere Bälle. Hier ist Training notwendig, um den aufgrund des höheren Tempos möglichen Druck auch fehlerfrei auszuüben.

Ausblick:
Eingedenk meiner großen Schwierigkeiten, seinerzeit den Superblock in den Griff zu bekommen, werde ich den Belag weiterspielen, in der Hoffnung auf stete Verbesserung.
......


6. Testtag

Klick Schnapp !!
Irgendetwas* ist eingerastet => keinerlei Probleme mehr !
Der Belag paßt jetzt:
- fette Schnittumkehr
- zu hoher Ballabsprung kommt jetzt mit derselben Häufigkeit/Seltenheit vor wie beim SB
- ich nehme subjektiv nicht mehr die Notwendigkeit war, aktiv etwas machen zu müssen, damit der Belag "arbeitet". Scheinbar funktioniert er jetzt auch mit Hinhalten - glaube ich zwar nicht, aber anscheinend geht es jetzt automatisch

Das heißt, die von mir zuvor empfundenen Schwierigkeiten sind behoben, so daß ich jetzt zu einem

Fazit komme:

Inferno gleich getunter Superblock (Zitat Patrick); dem kann ich voll zustimmen. Dennoch werden die Gesetze der Physik damit nicht außer Kraft gesetzt, will sagen, auch das Tuning hat seinen Preis. Wo liegen die Unterschiede zum SB ?

- der SB produziert in ekligerem Maße Lullibällchen, die dem Gegner leichter Fehler entlocken, wenn dieser falsch an den Ball herangeht
- der Inferno verzichtet eher auf diese nicht erzwungenen Fehler und setzt dafür den Gegner aktiver unter Druck z.B. durch eine erhöhtes Tempo, durch extrem schnell abtauchende Bälle
- der Inferno eignet sich deutlich besser dazu, passive und mit viel US agierende Gegner aktiv "fertig zu machen"

Mir macht der Inferno im Moment auf jeden Fall soviel Spaß, daß ich meinen SB erstmal beiseite lege und mich mit dem Inferno auf die nächste Saison vorbereiten werde.


* p.s. genau wie damals beim SB habe ich keine Ahnung, was ich jetzt anders mache. Ergo kann es nur eine wenn auch entscheidende Kleinigkeit sein.

#3 Cogito

Cogito

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Geschrieben 16 Mai 2006 - 08:26

K-P der Killer

Spielstärke: Kreisliga
Holz: Backspin Control
VH: Palio CJ8000 1,5mm

Mein Spielsystem:
Mit VH Schuss oder TS als Vorbereitung, gelegentlich Schupf.
Mit RH aggressives Block- und DS-Spiel, keine Konter- oder Lift-Bälle.

Ich habe gegen 2 Spieler aus unserer 1. Mannschaft (1. BZL) und einen aus meiner Mannschaft getestet.

Mein Eindruck:
Er spielt sich nicht so leicht wie mein SB, die Fehlertoleranz ist bei weitem nicht so hoch. Das liegt m.E. sowohl am höheren Grundtempo, als auch an der weicheren Gummimischung.

RH-Block:
Kam nach einiger Eingewöhnung relativ sicher. M.E. höhere Schnittumkehr als beim SB (kaum zu glauben!). Habe einige richtig harte TS direkt nach dem Aufsprung mit leicht geöffnetem Blatt hammermäßig zurückblocken können. Dies ist wohl die größte Stärke des Belags.

RH-DS:
Bälle sind auf jeden Fall schneller als beim SB. Springen allerdings gradliniger weg und haben nach Aussagen meiner Trainingspartner geringeren Störeffekt. Sehr gut kamen DS-Bälle auf zu kurze Angaben oder Schupfbälle, die konnte ich eklig in die Ecken drücken. Schwierigkeiten hatte ich auf schnittlose Bälle, hier ist der Inferno noch schwächer als der SB.

RH-Rollangaben:
Damit mache ich mit dem SB direkt oder indirekt 20% meiner Punkte. Mit dem Inferno konnte ich hier fast nichts reißen. Die Angaben zogen fast nicht bis wenig nach unten, für mich sehr enttäuschend. Was allerdings ganz gut ging waren RH-Seitüberschnitt-Angaben. Die zogen ganz eklig weg und kamen entweder neben der Platte zurück oder einigermaßen hoch, dass ich schießen konnte.

RH-Schnittabwehr:
Gegen starke Angreifer wehre ich auch schon mal von hinten mit der RH ab. Hier hatte ich den Eindruck, dass beim SB wesentlich mehr Saft in meinen Bällen ist. Irgendwie kann der Inferno hier zu leicht angezogen werden.

Mein Fazit:
Die Stärken beim Block können m.E. die Schwächen in den anderen Disziplinen nicht wettmachen. Der SB bleibt mein Referenzbelag.

#4 Cogito

Cogito

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Geschrieben 18 Mai 2006 - 08:33

ttulli

Testbedingungen:
Spielklasse: Landesliga TTVWH (auch die Mitspieler)
Material: Holz Backspin Starlight, VH TSP Actor 2.0
Vergleichsbelag Superblock uralte Mischung

Vorteile des Inferno zum Superblock:
- Der Angriffsball ist wirklich deutlich leichter etwas schneller zu spielen. Leider ist er aber nicht sonderlich gefährlich für den Gegner, man kann ihn damit aber durchaus beschäftigen.
- Der Druckschupf ist wunderbar flach und schnell spielbar.
- Der Blockball taucht schneller ab und erschwert somit die Ballannahme.

Einziger aber vielleicht entscheidender Nachteil des Inferno:
Der Blockball hat deutlich weniger Schnittweiterleitung als der Superblock. Es kann natürlich auch daran liegen, dass der Inferno noch nicht genug eingespielt ist. Die Kanten der Noppenköpfe sind noch scharf. Mit der Zeit spielen die sich sicher noch ab. Bei meinem uralten Superblock bieten die überhaupt keinen Widerstand. Ich habe einen Superblock neuester Mischung, der hat die gleichen scharfen Kanten wie der Inferno. Ob er deswegen auch weniger Schnittweiterleitung hat, weiß ich nicht, da er noch jungfräulich ist.

Erstes Fazit:
Ich habe beim Block deutlich weniger direkte Punkte gemacht. Meine Gegner konnten relativ problemlos nachziehen. Trotzdem ging ich nicht im Topspinhagel unter, da ich auch einige Trümpfe mit dem Inferno hatte. Schnell platzierte Druckschupfs und immer wieder eingestreute Angriffsbälle, die die Gegner aus dem Rhythmus brachten.
Der Inferno ist also nur etwas für Spieler, die mit der Rückhand aggressiv nach vorne spielen wollen. Reine Blockspieler "Hände weg"!


Vergleich mit dem Superblock (uralte Mischung)

Vorteile des Inferno:
- schneller und gefährlicher Druckschupf
- leicht zu spielende Angriffsbälle, die den Gegner beschäftigen
- manchmal gelingt mir mir ein Block mit einem "infernalischen" Schnitt

Nachteile des Inferno:
- Der "infernalische" Block gelingt mir zu selten. Zu oft gerät der Ball zu hoch und
ohne jeden Schnitt. Die Streuung bekomme ich nicht in den Griff.
- Der Angriffsball ist zwar leicht zu spielen aber auch zu ungefährlich. Die
Angriffsbälle des Superblock führen zu mehr direkten Punkten.
- Der Block hat beim Superbock eine zuverlässige und große Effetweiterleitung.
Da kommt an den Superblock kein Belag ran.

Auch der ganz neue Superblock soll ja nicht ganz die Qualitäten des uralten Superblocks haben. In den nächsten Wochen werde die neueste Version testen. Vielleicht komme ich dann ja wieder, wenn vom Superblock enttäuscht, auf den Inferno zurück. Der Inferno ist durchaus ein Belag mit hohem Störverhalten und großer Sicherheit. Nach meinem Empfinden immer noch besser als HO und Virus II.

Mit der ersten Version des Superblock kann der Inferno beim Blockspiel am Tisch nicht mithalten, so bleibe ich derzeit also beim Superblock.

#5 Cogito

Cogito

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Geschrieben 21 Juni 2006 - 09:42

Kurze Noppe

Spielklasse: 1.HKK
Holz: Firewall plus
VH: ?
RH: Inferno rot/OX

Nach nunmehr eineinhalb Jahren mit dem Superblock ox, war ich auf der Suche nach einem Belag, der mir bei ähnlich guter Schnittumkehr deutlich bessere Optionen im druckvollen Spiel speziell gegen schnittarm bis schnittlos agierende Spieler bringt. Nach vielen gelesenen Testberichten, nach einigen Gesprächen mit anderen GLN-Spielern und auf geemailte Empfehlung von Carsten Neubauer habe ich mich entschlossen, es mal mit dem Inferno, rot, ox zu versuchen.

Auffällig war für mich, daß der Belag deutlich dünner wirkt, als der SB, auch die Klebefolie scheint dünner und nicht ganz so brutal klebend wie die des SB. Die Noppen sehen ähnlich aus wie die des SB, ein bisschen so, wie die des SB der Mischung nach der ersten, die von vielen so kritisiert und dann wieder geändert wurde. Sie sind weicher und beim Ballstreichtest kratziger als die des SB, wobei das Kratzgeräusch immer mehr nach nachlässt. Doch nun zu meinen Erfahrungen:

Blockball am Tisch:

Der Inferno ist deutlich schneller als der SB, so dass Blockbälle zwar länger geraten, aber auch schneller wieder beim Gegenüber sind, was diesem mehr Probleme macht. Reines Hinhalten jedoch führt oft zu zu langen Blocks, die das Ende der Platte um bis zu einen halben Meter verfehlen. Kommen sie, haben sie jedoch nicht den Mörderschnitt des SB und könne gut nachgezogen werden. Geht man in den Ball, trifft ihn früh, sticht ihn evtl. sogar ab, erhalten die Bälle wesentlich mehr Schnitt, sind gut zu platzieren und führen häufig zum Punktgewinn, oder werden so unsicher zurückgespielt, daß sie gedruckschupft oder geschossen werden können, was dann auch den Punkt bringen kann.

Abwehr hinter dem Tisch:

Hier konnte ich mit dem SB flachere Bälle spielen. Die Flugkurve beim Inferno ist höher, der Schnitt ausreichend. Ein Abwehrbelag der alten Schule ist der Inferno nicht, aber wenn man nach hinten gedrängt wird, kann man sich gut (ab)wehren.

Druckschupf:

Wahrscheinlich eine der Paradedisziplinen des Inferno. Ich wusste gar nicht, wie effektiv dieser Ball sein kann. Kein Vergleich zu den langsamen Bällchen die der SB da produzierte. Mit dem Inferno kommen die Bälle zügig, sicher und sehr platziert. Man kann so herrlich den Gegner ins Laufen bringen, in die Defensive zwingen und den Endschlag vorbereiten. Ein Traum.

Konter, liften:

Auch hier gilt: Mut zum Risiko. Halbherzige Bewegungen quittiert der Inferno mit halbherzigen Bällen. Traut man sich jedoch und geht das Risiko ein, dass ein Ball auch mal völlig daneben geht, wird man öfter belohnt als enttäuscht. Die Flugbahn bei Offensivbällen ähnelt dem Gang eines Mannes, der sich nach 15 Kölsch 10 mal im Kreise dreht und dann versucht "Schnurstraks" nach Hause zu gehen. Die Bälle torkeln und eiern, eine Wonne. Umso gerader sie fliegen, umso steiler stürzen sie ab, umso mehr sie eiern, umso länger sind sie unterwegs. Gekonterte Bälle werden häufig unterschätzt und ins Netz retourniert, oder gar nicht erst getroffen.

Schuß:

Diesen Schlag hätte ich beim SB gar nicht beschrieben, weil es ihn nicht gab. beim Inferno gibt es ihn, und wie!!! Die harten, bösen Endschläge sind vielleicht nicht sein Ding, aber das müssen sie auch nicht. Es sind diese kurzen Peitschen aus dem Handgelenk, die den Ball stark beschleunigen und ihn sofort abtauchen lassen. Sicher zu platzieren und nahezu tödlich. Doch Vorsicht: Mehr noch als bei allen anderen Schlägen, ist hier eine 100%ig saubere Schlägerblattstellung von Nöten. Wer den Schläger zusehr zumacht, haut ins Netz, wer ihn zuweit öffnet, kann eine neue Wandvertäfelung bezahlen. Aber wer ihn richtig gestellt hat, erlebt echte Glücksgefühle.

Fazit:

Der Inferno ist ein Superblock wie von MTV´s Pimp my long Pimple. Er ist schneller, bei gleich guter Kontrolle. Er erzeugt nahezu den gleichen Schnitt, benötigt dafür aber eine sauberere Technick. Passives Hinhalten quittiert er mit Arbeitsverweigerung. Er ist offensiv um Klassen besser, was meiner Meinung nach die vielleicht etwas schlechtere Schnittumkehr verglichen mit dem SB mehr als wett macht, weil man so dynamisch damit spielen kann, daß der Gegner erst gar nicht zum ziehen kommt. Er macht es möglich, den wechsel vom aktiven zum passiven Spiel zu betreiben, wie man es braucht und wie es der Gegner verlangt. Selbst mit Aufschlägen, die schnell und flach kommen, kann man gut punkten. der Inferno verlangt definitiv einen aktiveren Spieler als der SB, ein Hinhalteblocker wird Schwierigkeiten bekommen. aber er verleitet einen geradezu zum aktiven Spiel, er fordert einen heraus. Er benötigt mehr saubere Technik und Mut zum Risiko, aber er macht auch dann nicht halt, wenn andere nicht mehr weitewissen.

Dieser Bericht ist natürlich an Subjektivität nicht mehr zu überbieten. Aber ich habe mir so lange den Kopf zerbrochen, ob ich meinem geliebten SB einen Konkurenten ins Haus holen solle. Und ich bin schon so oft entäuscht und reumütig zu ihm zurück gekehrt, wenn ich mal wieder was Neues ausprobiert hatte. Und diesmal hat es wirklich eingeschlagen wie eine Bombe. Ich habe mir extra 5 Trainingsabende mit Spielern von der 3. HKK bis zur LL lang zeit gelassen, um nicht zu schnell zu urteilen. Aber da im Verein keiner versteht, daß "so ein Spiel" Spaß machen kann, und ich den Spaß mit jemandem teilen möchte, wende ich mich heute an Euch und kann nur sagen, daß der Inferno für mich, und nur für mich, der höllischste Belag ist, den ich kenne.

Hoffentlich ist bald morgen, ich will in die Halle!!!

#6 Cogito

Cogito

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Geschrieben 24 Dezember 2006 - 06:42

Trendkiller

Spielklasse: ?
Holz: ?
VH: ?
RH: Inferno OX
Referenz: Superblock OX

Vom Aufbau erinnert er an den Superblock, die Noppen sind jedoch etwas dünner, länger und biegsamer. Gegenüber einem 1 Jahre eingespielten Superblock , erscheint er beim Ballstreichtest nicht ganz so glatt wie der eingespielte Superblock.
Auch das anfängliche Kratzen ist so gut wie verschwunden und der Inferno scheint nach einem Monat glatter als am Anfang.

In punkto Kontrolle, fällt zu allererst die Verwandschaft zum Superblock auf. Die Schläge mit dem Inferno lassen sich ebenfalls recht sicher bewerkstelligen und der Belag legt kein unberechenbares Eigenleben an den Tag.

Auch bringt der Inferno die Bälle leichter ans Flattern als der Superblock. Dies ist aber bei guter Technik auch mit dem Superblock möglich. Ein wenig erinnert er in diesem Punkt an den Fakir , ohne aber an dessen exellente Flattereffekte heranzureichen, dafür lässt sich der Inferno aber kontrollierter spielen

Was aber sofort auffällt ist das deutliche Plus an Geschwindigkeit gegenüber dem Superblock. Während man mit dem Superblock oft gezwungen wird passiv zu agieren, kann der Inferno den Gegner gleich durch erhöhtes Tempo beschäftigen. Sofort steht einem ein grösseres Arsenal an Angriffsschlägen zur Verfügung die mit dem Superblock sehr schwer oder fast gar nicht zur Verfügung standen. Ob Treibbälle, angezogene Pseudotops, Konter, Druckschupf, etc... Alles lässt sich recht einfach spielen, solange es aktive Schläge sind. Trifft man auf einen Topspinspieler, kann man recht ekelig zurückspielen. Gegen US-Abwehrspieler kann variabel gegengelenkt werden , ohne aber die Durchschlagskraft einer guten NI VH ersetzen zu können.

Bei passiven Blocks oder « Abtropfbälle » hat der Superblock allerdings die Nase vorn. Mit keinem anderen Belag kann man den Gegner so gut zu vermeintlich « leichten »Fehlern zwingen. Auch erscheint der Ballabsprung beim Superblock flacher und kürzer als beim Inferno. Das wundert mich jedoch nicht, weil der Superblock doch auf ein passives Spiel zugeschnitten ist. Wenn es aber drum geht Druck aufzubauen liegt der Inferno aber wieder vorn.

In punkto Schnitterhaltung, ist der Superblock immer noch überlegen. aber gegen unbedarfte Gegner die ohne Konzept gegen Noppen spielen gewinnt man auch mit dem Inferno locker. Bei Topspielern die das Prinzip der GLN gut kennen, hilft das Plus an Schnittumkehr des Superblocks auch nicht mehr weiter. Hier kann der Inferno seine Karten : Variabilität, mehr Flatter und bessere Verteidigungsmöglichkeiten in der langen Abwehr , auspielen.

FAZIT :Der Inferno ist imho der ideale Belag für den « progressiven » Störer. Wenn man zudem noch eien schlagkräftige VH besitzt und diese vermehrt einsätzt als beim passiven Spiel, dann ist der Inferno eine gute Wahl. Ein Spieler der jedoch auf maximale Schnitterhaltung setzt, dem Tempo nicht so wichtig ist und auf leichte Fehler des Gegners lauert ist mit dem Superblock aber besser bedient.




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