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Neubauer Diamant


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#1 Cogito

Cogito

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Geschrieben 20 Mai 2007 - 11:03

Patrick


Der Diamant ist eine griffige, halb-lange Noppe von Dr. Neubauer, die in seinem Sortiment daher eine besondere Stellung einnimmt.
Getestet habe ich den Diamant in 1,2mm, schwarz auf einem Powerspin, KKS 1 und einem Re-Impact Prototypen im Allroundbereich.
Spielstärke: Mit KN in der Region Bezirksliga/Verbandsliga

Ich war gespannt, ob der Diamant eher im LN- oder im KN-Bereich anzusiedeln ist. Schnell war klar, dass er sich wie eine Kurznoppe verhält und auch so zu spielen ist.

Grundcharakteristik:
Der Belag ist erstaunlich schnell, so dass die Fehlerquote bei LN-typischen Schlägen (hacken auf Topspin, Druckschupf) zu gross war, um daran wirklich festhalten zu wollen.
Jegliche Arten von KN-Techniken (Blocken, Kontern, Schuss, Angriff auf US) klappten jedoch prima.

Störeffekt:
Bei diesem Belag hat sich äusserst ausgeprägt gezeigt, dass die Technik für den Störfaktor absolut entscheidend ist. Ich habe den Diamant auf der RH gespielt und bei Block, Konter Bällen folgendes festgestellt:

- Wenn man die RH-Bewegung mehr als Drehung des Unterarms um den Ellbogen (unterstützt mit Handgelenkseinsatz) ausführt, also ähnlich einem Frisbee-Wurf, daher in der Folge Frisbee-RH) genannt, hat der Ball wenig bis keinen Störeffekt, dafür kann man so nahezu ähnlich sicher wie mit einem NI-Belag kontern. Meine Mitspieler waren beim Einkontern jeweils sehr dankbar darüber. Mit dieser Technik lässt sich ebenso sicher schiessen und Anziehen auf US, wie sogar auch ein Gegenziehen auf langsame Topspins.
Besonders verblüfft war ich darüber, dass ich so sogar aus der Halbdistanz die Bälle sicher und druckvoll retournieren konnte, da die Flugkurve des Balles bei dieser Technik der einer Flugkurve nach NI sehr ähnlich ist.

- Wenn man bei der Bewegung zum Ball die RH mehr "schiebt", erfährt der Ball eine sehr flache Flugkurve, und der Ball springt dementsprechend beim Gegner kaum auf. Da ich meine RH eher nach der Frisbee-Art spiele, ist diese Technik bei mir leider mehr fehlerbehaftet, anderen geht es da wohl anders.
Wenn ich den Ball auf diese Art rüber konterte oder blockte, kam mehrfach und unabhängig voneinander die Rückmeldung vom Gegenüber: "Was hast du denn da wieder für einen Sch... drauf", weil sein Ball mit schöner Regelmässigkeit tief unten im Netz versank. Einen solch ausgeprägten Störeffekt habe ich noch bei keiner kurzen Noppe gesehen, da kommen wohl die längeren Noppen zum Tragen. Wie auch bei den Langnoppen gilt hier aber eben zur Dämpfung der Vorfreude, dass diese Technik präziser (auch vom Timing her) ausgeführt werden muss, da wegen der flachen Flugbahn das Trefferfenster geringer ist. Dabei lässt sich die Kontrolle in diesem Schlag durchaus mit anderen KN messen, so dass man im Verhältnis Störeffekt zu Kontrolle mit dem Diamant prima dasteht.

Mein Fazit:
Wer die "geschobene" RH im Blut und mehr Drang zum Offensiven als zur Verteidigung hat, sollte den Diamant unbedingt einmal antesten. Dies wird hier im Forum wieder möglich sein, da der Focus von Dr. Neubauer wiederum ein Testexemplar zur Verfügung erhalten hat.
Wer mehr die Frisbee-RH spielt und trotzdem KN den NI-Belägen vorzieht, findet mit dem Diamant eine sichere Noppe mit guter Kontrolle in allen Schlägen (ausser den oben beschriebenen schwierigen) und einem für diese Technik überdurchschnnittlichen Störeffekt.

Wohl dem, der beide Schlagarten gut beherrscht und die der Spielsituation angepasste Technik spielen kann. Damit kann der Gegner in punkto Flugkurve und Absprungverhalten durch die mögliche Variation schön verwirrt werden, und man kann dann "sicher" spielen, wenn sich dies empfiehlt, und "stören", wenn sich die Möglichkeit dazu gut präsentiert.




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