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Private Trainerstunden für Erwachsene


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10 Antworten in diesem Thema

Umfrage: Private Trainerstunden für Erwachsene (46 Mitglieder haben bereits abgestimmt)

Private Trainerstunden für Erwachsene

  1. prinzipiell nicht; das ist nur Hobby und muß auch so gehen (3 Stimmen [7.50%])

    Prozentsatz der Stimmen: 7.50%

  2. lohnt sich nicht, da bei mir keine nennenswerte Verbesserung zu erwarten wäre (3 Stimmen [7.50%])

    Prozentsatz der Stimmen: 7.50%

  3. würde ich gerne machen, ist mir aber zu teuer (10 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. würde ich gerne machen, finde aber keine Gelegenheit (Trainer und/oder Halle) (13 Stimmen [32.50%])

    Prozentsatz der Stimmen: 32.50%

  5. mache ich gelegentlich (4 Stimmen [10.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 10.00%

  6. mache ich regelmäßig (7 Stimmen [17.50%])

    Prozentsatz der Stimmen: 17.50%

Abstimmen Gäste können nicht abstimmen

#1 Cogito

Cogito

    TT-Focus-Team

  • Admin
  • 3.562 Beiträge

Geschrieben 06 Januar 2008 - 02:38

TT ist die komplexeste aller Rückschlagsportarten. Mögen vielleicht im unteren/mittleren Leistungsbereich Tennis, Squash oder Badminton deutlich höhere Anforderungen an die Athletik stellen, so steht doch außer Frage, daß die technischen Anforderungen aufgrund der Vielfalt des TT und der Komplexität der Bewegungsabläufe bei TT am höchsten sind. Das beinhaltet, daß individuelles Einzeltraining hier eigentlich den größten Effekt bringen sollte, denn mit Übung kann man sehr gut die Technik verbessern, während das bei der Athletik nur sehr schwer geht.
Paradoxerweise zeigen die aktiven Spieler nun ein Verhalten, daß dem genau entgegensteht. Während es beim Tennis selbstverständlich ist, daß z.B. jede Hausfrau Trainerstunden nimmt (von ambitionierten Mannschaftsspielern mal ganz zu schweigen), scheinen beim TT private Trainerstunden für den aktiven Vereinsspieler geradezu ein Tabu zu sein. Akkzeptiert sind gerade noch individuelle Trainerstunden für jugendliche Talente. Erwachsene buchen ab und an noch Kurse wie z.B. in Grenzau, aber private Stunden ?

Das Thema berührt mich ganz persönlich. Letzte Saison mußte ich in der KL ans obere Paarkreuz. Die Hinrunde ging mit 9:13 noch einigermaßen, aber in der Rückrunde bin mit 3:17 wie ein Senkblei abgestürzt. Traumatisch !! Da mußte sich was ändern. Zunächst beschloß ich, meine Stärke zu verstärken und buchte den GLN-Kurs und dort bei Sebastian noch private Einheiten. Letzteres wiederholte ich nach 6 Wochen. Dann kam das GLN-Verbot und und dieses Techniktraining schien mir bis zum Erscheinen des neuen Materials weniger sinnvoll zu sein. Stattdessen begann ich, die VH mittels privater Stunden hier bei uns vor Ort aufzupolieren. In meiner Umgebung bemerkte ich bei Einigen recht bald ein verhaltenes müdes Grinsen nach dem Motto "Was soll das bei dem (alten Sack ?) schon bringen".

Das wiederum veranlaßte mich, ein wenig über Privatstunden im TT nachzugrübeln und diesen Beitrag zur Diskussion zu stellen.

#2 Bamboole

Bamboole

    Profi User

  • Profimitglied
  • 444 Beiträge

Geschrieben 06 Januar 2008 - 04:30

Man könnte die Frage noch ein wenig spezifizieren und ergänzen:

-Trainer kann diese spezielle Spieltechnik nicht vermitteln (z.B. Noppenspiel)

Ansonsten halte ich von Privatstunden als Einzelunterricht recht wenig. Der Trainer wird zwar korrigieren und einiges vermitteln, aber auch so spielen, dass der Schützling gut aussieht und Erfolgserlebnisse bekommt. Schließlich möchte er seinen Schüler als "cash-cow" behalten, also soll er zufrieden sein. Weiterhin können Trainer aufgrund der eigenen Spielstärke sich nicht immer auf das Spielniveau ihrer Schützlinge einstellen. Das kann darin münden, dass dem Schüler ein modernes Spielsystem vermittelt werden soll, welches mit den Ansprüchen und dem Leistungsstand des Lernenden nicht in Einklang zu bringen ist. Die Konsequenzen erlebt er dann im Spiel und ist oftmals bitter enttäuscht und versteht die Welt nicht mehr. Beim Trainer funktionierte der RH-Spin gegen Schnitt, gegen den "GLN-Opi" sieht er kein Land, weil die Spielsysteme anders sind.

In meinem alten Verein zahlten die Eltern teures Geld für Einzeltraining ihrer beiden Kinder mit ehemaligen Nationalspielern. Bei einem Mädel schlug es an und sie erreichte die RL, beim Sohn ging es daneben und er verlor die Lust und spielt heute Bezirksklasse. Sein Problem war, dass er immer die spezielle Traumrückhand spielen wollte, die man ihm gelehrt hatte, doch diese nur bei "geraden" Bällen sinnvoll war. Die geeigneten Momente kamen jedoch in unteren Spielklassen einfach zu selten vor und alles, was vom Schema abwich, war ein Problem.

Insofern halte ich ein Kleingruppentraining von 4 bis maximal 8 Personen für Spieler der unteren Ligen besser. Der Trainer kann eine Technik beibringen, die dann gegen verschiedene Spielertypen eingeschliffen werden kann. Dabei kann der Trainer korrgierend eingreifen.

Einzeltraining für absolute Anfänger ohne "Vorbildung" oder für Spieler, die bereits eine gewisse Leistungsstärke und eine gute Technik haben, mag Sinn machen, um die Technik weiter zu verfeinern und Spielvarianten einzuüben. Für den Leistungsbereich halte ich es sogar fast für unverzichtbar.

In unteren Klassen plädiere ich für ein Gruppentraining - und das nicht nur wegen des günstigeren Preises. Welchen Nutzen hat es, wenn das gelernte Schema in der Spielklasse nicht zur Anwendung kommt und man sich nur auf einen Spielertyp einstellen kann. Sinnvoll würde ich lediglich ein spezielles Aufschlag-Rückschlagtraining und ein Trainer für spezielle Spielsysteme ansehen (ein Trainer fürs Noppenspiel). Das bringt dem Einzelspieler in allen Spielklassen etwas.

Ansonsten sehe ich es als nicht allzu positiv an: Zu einseitig und schematisch, nicht für jeden Spielertyp geeignet, entspricht in unteren Klassen nicht der Spielsituation und der individuellen Spielstärke, Kosten und Nutzenverhältnis sind nicht immer optimal, letztendlich für den sportlichen Output zu teuer. (mit Ausnahme des Leistungsbereichs)

Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, wofür er sein Geld ausgibt. Besser durch Training das persönliche Wohlbefinden steigern und sich vielleicht etwas verbessern und an Sicherheit gewinnen, als nichts tun und eine ungesunde Lebensweise zu führen. Schaden wird Einzeltraining nichts, doch sollte man einen möglichen Nutzen realistisch betrachten. Quantensprünge sind für Otto-Normalspieler nicht unbedingt zu erwarten. Wer mit 40 Jahren KL spielt, wird es unter normalen Bedingungen kaum zu einer Topbilanz in der VL bringen - Materialeffekte wie einst bei Curl-Spezial vergessen wir jetzt mal. Die Aufstiegsmöglichkeiten sehe ich also eingeschränkt und man muss dann überlegen, ob dies einem den finanziellen Aufwand wert ist. Wer sich für sein Hobby diesen Mehraufwand leisten kann und will, sollte dies tun. Dieses Einzeltraining muss aber auch konsequent in der normalen Trainingsarbeit vertieft werden, sonst verpufft der Lerneffekt. Aber Hauptsache, man fühlt sich gut dabei.

Ich würde es wahrscheinlich nicht machen, weil ich in meinem Alter und in Anbetracht der noch erreichbaren Spielstärke die Kosten- und Nutzen nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis sehe. Ein Mannschaftstraining an einem Wochenende würde ich mitmachen, wobei auch der Spaßfaktor eine Rolle spielt.

Gruß Bamboole
Galaxy/Yinhe K2, Screw 1,0mm, 729-08 Max.

"If we can't be free, at least we can be cheap", Frank Zappa

#3 Cogito

Cogito

    TT-Focus-Team

  • Admin
  • 3.562 Beiträge

Geschrieben 06 Januar 2008 - 05:19

Insofern halte ich ein Kleingruppentraining von 4 bis maximal 8 Personen für Spieler der unteren Ligen besser. Der Trainer kann eine Technik beibringen, die dann gegen verschiedene Spielertypen  eingeschliffen werden kann. Dabei kann der Trainer korrgierend eingreifen.

........
Ansonsten sehe ich es als nicht allzu positiv an: Zu einseitig und schematisch, nicht für jeden Spielertyp geeignet, entspricht in unteren Klassen nicht der Spielsituation und der individuellen Spielstärke, .....

Während ich den Standpunkt "Systemtraining jedweder From bringt ab einem gewissen Alter nix mehr" durchaus nachvollziehen könnte, finde ich diese Differenzierung in sinnvolles Gruppentraining und sinnloses Einzeltraining offen gesagt völlig blödsinnig (sorry für den harten Ausdruck).
1. Prinzipiell werden ja dieselben Techniken vermittelt.
2. Die Korrektur durch den Trainer ist beim Einzel fortwährend gegeben, beim Gruppentraining hingegen nur in dem Zeitfenster, an dem er gerade an deinem Tisch verweilt.
3. Das Zuspiel des Gegners ist beim Gruppentraining deutlich schlechter als durch den Trainer. Dadurch ist der eigene Schlag schwieriger zu erlernen.
4. Einseitigkeit, "zu schematisch", Adäquatheit des Stoffes dürften wohl einzig und allein von der Fähigkeit des Trainers abhängen. Was da die Form - Gruppe oder Einzel - mit zu tun haben soll, ist mir völlig schleierhaft. So war z.B. der GLN-Kurs der Inbegriff des Schematischen und Ungeeigneten, während die Einzelstunden bei Sebastian extrem effizient waren

Desweiteren
- Prinzipiell jedem Trainer zu unterstellen, er betreibe eine "Cash-Cow-Zucht" durch gewolltes "gut-aussehen-lassen", ist schon harter Tobak. Sowas Pauschales hätte ich gerade von dir nicht erwartet.
- ich hatte bei derselben Person Dienstags Gruppentraining im Verein und dann mehrmals zusätzlich an einem anderen Termin Einzeltraining. Es war ganz klar das Einzeltraining, was mich weitergebracht hat. 6 Wochen vor Saisonbeginn war aus beiderseitigen Termingründen kein Einzeltraining mehr möglich wohl jedoch Gruppentraining. Ich hatte prompt ein Nachlassen bemerkt (eben weil die VH Schläge bei weitem noch nicht verfestigt waren und sind) und auch ebenso prompt in den ersten beiden Verbandspielen 2 meiner insgesamt 3 Niederlagen kassiert. Danach setzte wieder das zusätzliche Einzeltraining ein und ich gewann alle Verbandsspiele (bis auf das letzte).

Für mich ist das einzig wahre Gegenargument: bringt es überhaupt was ? Das wird aber durch das Spiel gegen andere Leute beantwortet. Merkt man da keine Besserung, dann bringt das Einzeltraining leistungsmäßig offensichtlich nichts (dabei sollte man aber gerade als älterer Spieler den Zeitfaktor nicht unterschätzen - s.u.).

Ein weiterer Aspekt ist der der Permanenz der antrainierten Bewegungsabläufe. Hier sehe ich altersbedingt schwarz. Während ein Jugendlicher nicht nur um eine Zehnerpotenz schneller lernt, sondern das Gelernte auch nach Absetzen des Intensivtrainings rein durchs Spielen beibehält, lernt der ältere bis uralte Spieler nicht nur langsamer, sondern wird wahrscheinlich stets weiter die intensive Korrektur benötigen, um die richtigen Abläufe beizubehalten. Schon von daher Bamboole :tschö: hat es der Trainer bei Senioren garnicht nötig, "Cash Cow Züchter" zu spielen.

Zu guter Letzt: die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag wird jeder höchst subjektiv nach seinem Empfinden beantworten.

#4 Becker

Becker

    Profi User

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  • 126 Beiträge

Geschrieben 06 Januar 2008 - 07:27

@Cogito: Du hast die Antwortmöglichkeit "Ich habe bereits den besten Trainer der Welt" vergessen... B)
Holz: Re-Impact Symphonie

#5 Bamboole

Bamboole

    Profi User

  • Profimitglied
  • 444 Beiträge

Geschrieben 06 Januar 2008 - 07:39

Hallo Cogito,

So hat jeder eben seine eigene Meinung und Erfahrungen zum Einzeltraining und das ist auch gut so. :dance:

Ich stimme Dir zu, dass nicht jeder Trainer den "Cash-Cow"-Gedanken hat. Das war so pauschal von mir auch nicht gemeint. Unstrittig ist jedoch die ökonomische Beziehung, bei Privattrainern manchmal auch Abhängigkeit, zu und von ihren Schützlingen. Darin ähneln sie ggf. Consultants, die in einer Mandantenbeziehung Unternehmen beraten. Mir persönlich sind mehrere Fälle aus einer bekannten Tischtennisschule zugetragen worden, bei denen Lehrgangsteilnehmer aus unteren Spielklassen zu vorgerückter Stunde und in recht bierlauniger Stimmung am Tresen von Trainern zu teurem Einzeltraining animiert und überredet worden sind, was den Betreffenden überhaupt nichts gebracht hat. Es waren die Leistungsschwachen, die abgekocht wurden. Das ist in unserer Region ein offenes Geheimnis. Aus Feriencamps im Ausland habe ich ebenfalls die mangelnde Effektivität mancher Trainer vernommen, denen es eher um Devisen ging und die nicht auf die individuellen Wünsche ihres Schützlings eingingen. Solche Fälle gibt es ebenso wie die "kundenfreundlichen" Trainer. Wer zu hart trainiert und keine Erfolgserlebnisse vermittelt, dem laufen die Schüler davon. Das hat mit permanentem Korrekturbedarf bei Senioren wenig zu tun. Am Ende freut man sich, dass mit dem Trainer Ballwechsel zustande kommen und die richtige Technik interessiert spätestens in dem Moment den Schützling nicht mehr. Erfolg ist der erspielte Punkt, das "wie" ist dann sekundär. Es gibt natürlich auch anständige und pädagogisch geschulte Trainer, wie Sebastian, die auf ihre Schützlinge eingehen. Vielleicht gibt es auch Unterschiede zwischen unabhängigen Privattrainern und solchen, die auf Honorarbasis in TT-Schulen beschäftigt sind. Wenn Du nur die guten Privattrainer kennst, super, ich kenne jedenfalls auch die Gegenseite und stehe zu meiner Aussage, die nicht pauschalisierend gemeint war. Sollte das falsch herübergekommen sein, habe ich kein Problem, bezüglich der "sauberen Trainer" Sorry zu sagen.

Bezüglich des Gruppentrainings bestreite ich nicht, dass der Trainer eine Technik im Einzelunterricht besser vermitteln kann, weil er mehr Zeit hat, um sich um den Schützling zu kümmern. Es kommt aber auch darauf an, wie die Bälle returniert werden und da hat die Gruppe eben einen gewissen Vorteil, weil sie eher der Wettkampfpraxis entspricht. Der Trainer spielt aufgrund seiner technischen Fähigkeiten im Idealfall den "perfekten, individuellen Return". Dies kann er wieder und wieder, nicht gerade wie ein Roboter, doch der Schützling kann sich darauf einstellen und das ist Vorteil (Sicherheit) und Nachteil (Einseitigkeit) zugleich. Natürlich gibt es auch Balleimertraining, dessen Qualität vom Trainer abhängt, somit ebenfalls individuellen Faktoren unterliegt. In einer Trainingsgruppe kommen die Returns aber manchmal eben nicht immer an die gleiche Stelle und es gibt - wenn auch meist ungewollt - Variationen. Auch diese müssen aber mit der erlernten Spieltechnik bewältigt werden. Training auf den Punkt hilft da nicht weiter. Insofern bringt das Einzeltraining zwar die saubere Technik und mag durchaus sinnvoll sein, diese muss aber in der Praxis erst "verfestigt" werden. Dazu gehören auch andere Partner - und deren Fehler. Erst wenn die Technik gegen verschiedene Spielsysteme durchgesetzt werden kann, würde ich behaupten, dass sie "sitzt". Ein annähernd gleicher Leistungsstand wäre natürlich wünschenswert, damit Spielzüge zustande kommen, ist aber nicht immer gegeben. Sebastian hat sich bei seiner Ankündigung mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt.

Natürlich macht es für einzelne Spieler Sinn, sich auf Verbandsspiele individuell vorzubereiten und ich bestreite auch nicht die Erfolgsmöglichkeiten innerhalb gewisser Grenzen. Die Erfolge dürften sich aber insbesondere dann einstellen, wenn das gelernte System dem Spielsystem des Gegners ähnelt oder man z.B. durch besondere Aufschläge etc. Vorteile erlangt, die andere Spieler in dieser Spielklasse nicht haben. Einzeltraining für spezielle Spielsysteme, Abwehr, Aufschläge habe ich aber auch ausdrücklich als sinnvoll herausgestellt.

Warum tun sich selbst gute VL-Jugendliche gegen KL-Herren mit Material so schwer? Eben weil sie in der Regel nur untereinander trainieren und die modernen Spielsysteme beherrschen. Treffen sie auf Senioren, die eben nicht gerade spielen, also ein anderes Schema verwenden, gelingt die Umstellung oftmals nicht. Diese Bandbreite an individuellen Spielweisen werden in einem Einzeltraining in der Regel so nicht vermittelt. Tischtennis ist nicht nur Technik, sondern auch Spielwitz. Unbestritten kann jeder Trainer Einheiten mit Training gegen Material einschieben. Dies ist aber eine Zeitfrage, eine Frage des persönlichen Engagements, aber auch der Erfahrung des Trainers mit den Materialien und seines eigenen Spielniveaus. Nicht jeder Trainer kann als Sparringspartner mit KN, Anti oder GLN gleich gut wie mit NI agieren. Jeder hat seine individuellen Präferenzen und Schwächen, was ganz normal ist. Wer, wie Georg, nicht mit GLN selbst im Wettkampf spielt, kann diese Techniken erklären, aber eben nicht so praktisch demonstrieren und Fehler im Handling korrigieren, wie Sebastian. Insofern wird auch sein Trainingsschwerpunkt anders ausfallen.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob ihm das Einzeltraining etwas bringt. Abgerechnet wird am Tisch und wenn man Siege eingefahren hat, wurde alles richtig gemacht - wie bei anderen Sportarten auch. Meiner Meinung nach kann man erst in der Spielpraxis beurteilen, ob ein Training wirklich effizient war. Einzeltraining kann technische Verbesserungen bringen, Schwächen punktuell kompensieren und Bewegungsabläufe optimieren. Es hat aber auch gewisse Nachteile, die sich in der Spielpraxis zeigen können - nicht müssen - und kann kein vollwertiger Ersatz sein, höchstens ergänzen. Wer in guten Händen ist, kann sich bis zu einem gewissen Grad technisch verbessern, zumindest sicherer werden. Das sollte dann jedoch regelmäßig durchgeführt werden und keine Eintagsfliege bleiben.

Bei Dir hat es etwas gebracht, prima. Also hat sich der Aufwand gelohnt und die Kosten-Nutzenanalyse ist für Dich positiv ausgefallen. Das spricht für Deinen Ehrgeiz und auch für die gute Wahl und die Arbeit des Trainers. Es kann aber auch anders ausfallen und nicht jeder hat diesen Ehrgeiz und den idealen Trainer, der das Gewünschte auch anbieten kann. Das solltest Du ebenfalls akzeptieren. Wie Du schon schriebst "die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag wird jeder höchst subjektiv nach seinem Empfinden beantworten". Einzeltraining ist eben nicht für jeden der Königsweg und meine subjektive Meinung, nach der hier gefragt wurde, kennst Du. :tschö:

Gruß Bamboole
Galaxy/Yinhe K2, Screw 1,0mm, 729-08 Max.

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#6 Cogito

Cogito

    TT-Focus-Team

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Geschrieben 06 Januar 2008 - 11:13

...Insofern bringt das Einzeltraining zwar die saubere Technik und mag durchaus sinnvoll sein, diese muss aber in der Praxis erst "verfestigt" werden. ...
...
Warum tun sich selbst gute VL-Jugendliche gegen KL-Herren mit Material so schwer? ...

zum Ersteren:
schön , schön, aber wir sollten uns doch einig sein, daß es einzig sinnvoll ist, ein Haus von unten aufzubauen, also erstmal sauber die Technik in Standardsituationen zu erlernen und danach das an die heterogene Spielpraxis zu adaptieren. Fang' mit Letzerem an und du wirst im Nirgendwo landen.

zu Zweitem:
sicherlich, aber du weißt ebensogut wie ich, daß dies ein höchst vorübergehender Zustand der Verwirrung ist. Ratz Fatz haben sie sich angepaßt und tüten dann die Opis ein. Basis ist natürlich die zuvor von der Pike auf sauber erlernte Technik. Den nötigen Spielwitz erbringt dann die Praxis mit den "Krummen".

#7 Bamboole

Bamboole

    Profi User

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Geschrieben 07 Januar 2008 - 01:08

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn jeder Beginner oder Spieler seine Technik, also sein Fundament, durch Einzeltraining sauber erlernen könnte. Solch paradiesische Trainingszustände sind aber in der täglichen Vereinsarbeit aus Kapazitäts- und Finanzgründen nicht möglich. Der Markt gibt aber auch nicht so viele geeignete und qualifizierte Trainer her, wie wir selbst erfahren mussten oder sie sind nicht finanzierbar, haben keinen Führerschein und,und,und...

Die Standardsituationen sehen leider heute häufig so aus. Jeder Trainer hat für den Einzelnen nur eine gewisse Betreuungszeit zur Verfügung. Also wird zwangsläufig das "duale System" angewendet. Schlagtechnik lehren, in der Trainingsgruppe "verfestigen", Fehler korrigieren, so weit der Trainer dazu technisch und zeitlich in der Lage ist. Hier liegt das größte Defizit. Man arbeitet nach einer Phase, in der die Grundtechnik vorgestellt wird, meist "learning by doing" und hat keinen Einzeltrainer, der einem permanent die Hand oder den Schlagarm führt. Der Ball landet auf dem Tisch, der Schlag muss also richtig sein, so die irrige Annahme. Jeder erhält sein technisches Rüstzeug, das er sowohl in der Spielpraxis mit anderen Spielern als auch durch die Betreuung des Übungsleiters zu verfeinern sucht. Das gelingt mal besser oder schlechter. Die besonders talentierten SpielerInnen landen später im Jugendbereich sowieso in den Kadern und erhalten eine Sonderbehandlung mit gezieltem Einzeltraining. Mangels Trainer oder qualifizierter Kräfte landen aber tatsächlich viele Spieler im Nirgendwo oder wandern ab.

Gerade im Anfängerbereich würde also ein Einzeltraining Sinn machen, um saubere Technik zu vermitteln, was aber kaum durchzusetzen ist. Der DFB hat bei Nachwuchsfußballern das gleiche Problem und die Forderung, die besten Trainer sollten im Jugendbereich wirken, ist mir noch im Gedächtnis haften geblieben.

Trainerstunden für Erwachsene unterhalb der Leistungsklassen, man könnte auch spaßeshalber "Prinzentraining" dazu sagen, haben dann später nur noch die Funktion eines Korrektivs und versuchen Defizite in Technik und Körperkoordination auszugleichen, die meist in der Jugend falsch vermittelt oder fehlerhaft adaptiert wurden. Hier sind der Entwicklung altersbedingte Lerngrenzen gesetzt, wie Du richtig siehst. Man kann nicht mehr alles so umsetzen, wie in jungen Jahren. Darüber sollte man sich aber auch bewußt sein. Wer aber den Ehrgeiz hat, sich im Erwachsenenalter zu verbessern, sollte dies ruhig tun, aber eben nicht blauäugig sein.

Eigentlich spricht es allerdings nicht gerade für die Vereine, dass ein externes Training notwenig ist. Oftmals ist es so, dass Spieler, die aus der Jugend kommen, keine echte Trainingsbetreuung mehr erhalten. Nach der Jugendphase trainiert man mit den Erwachsenen, die unter sich und meist ohne externe Anleitung ihre Trainingsspielchen absolvieren, im Idealfall Übungen im Rahmen eines Systemtrainings spielen. Den Luxus eines eigenen Trainers für die Seniorenabteilung leisten oder können sich nur wenige Vereine leisten. Meist sind es die, deren 1.Mannschaften Oberliga und höher spielen. Dummerweise ist die Beteiligung am sogenannten Leistungstraining dann für die Spieler der tieferen Mannschaften meist nicht vorgesehen.

Würde an diesen Mangelerscheinungen konsequenter gearbeitet, würde das Bedürfnis an privaten Trainerstunden sinken und sich das Thema erübrigen. Insofern ist diese Diskussion fruchtbar, weil sie vor Augen führt, welche Defizite im Trainingsbetrieb vielerorts herrschen. Scheinbar ist aber in den Vereinen auch kaum jemand bereit, gemeinsam die finanziellen Kräfte zu bündeln, um in privater Eigeninitative einen externen Trainer auf eigene Kosten zu finanzieren, wenn der Verein die Kosten nicht tragen kann.

Bezüglich der VL-Kids sehe ich das zwar nicht unbedingt als Verwirrung, sondern als mangelnde Erfahrung an, die sich aber unter Anleitung und durch die Praxis in der Trainingsgruppe wirklich schnell erledigt. Da stimme ich Dir zu. Manche Trainer reagieren heutzutage frühzeitig und binden Materialspieler als Sparringspartner mit ins Jugendtraining ein. Die Kids profitieren und die Anpassungsprobleme beim Übergang in die Seniorenmannschaften ergeben sich dann nur noch in Ausnahmefällen.

Wie bereits mehrfach gesagt wurde, es kommt viel auf die Qualität der Trainer an. Davon hängt auch ab, was Erwachsene aus ihrer privaten Trainerstunde für sich mitnehmen können. Der Rest ist Talent, Ehrgeiz und Beharrlichkeit, die sich ja bekanntlich manchmal auszahlt. Eine Erfolgsgarantie kann aber letzlich niemand geben.
Galaxy/Yinhe K2, Screw 1,0mm, 729-08 Max.

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#8 Guest_Klaus123_*

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Geschrieben 10 Juni 2008 - 02:26

Hallo Cogito. Ich würde mich nicht verunsichern lassen. Im Gegenteil, wenn du Ehrgeiz hast, und das Geld hast, dann sind Trainerstunden die beste Wahl, und der Unmut deiner Kollegen beruht wahrscheinlich auf Neid. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es bei Schlagtechniken vieles zu beachten gibt, auf das man von selbst nicht kommt (es sei denn man ist wirklich talentiert, sowas gibt es). Wenn du dir durch gezieltes Balleimer-Training einen sicheren VH-Topspin auf alle Arten (sprich: lange UND kurze) von Schupfbällen aneignest, dürfte auch die KL im vorderen Paarkreuz kein Problem mehr sein. Kenne einige Leute in weit höheren Klassen, die haben nicht einmal eine aktive RH und spielen dennoch sehr erfolgreich. Achso: regelmäßiges Aufschlagtraining nicht vergessen. Einfacher kann man Punkte nicht machen als mit dem Aufschlag, zumal, wenn man in einem gewissen Alter ist, und nicht mehr soviel Freude am Herumspringen hat bgrin

#9 oldtimer-harry

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Geschrieben 10 Juni 2008 - 06:54

Diese Diskussion zeigt mir wie es um den Trainingsstellenwert beim Tischtennis bestellt ist. Beim Fußball geht ohne Trainer gar nichts. Ich fühle mich sehr zur Meinung von Coqito hingezogen da ich ähnlich - in diesem Punkt zumindest denke.
Ich gehe auch nicht von dem Punkt aus wie viele meiner Altersgenossen "Was hänschen nicht lernt - lernt Hans nimmermehr" Mit viel Training unter kompetenter Anleitung läßt sich in einem komplexen Sport wie TT einiges an Spielstärke gewinnen. Man sollte u. das glaube ich bei Coqito sicher , das eigene Spielniveau richtig einschätzen können. Ab einem gewissen Alter läßt sich - übertrieben gesagt - kein Bundesliganiveau ins Auge fassen. Aber ich bin genauso überzeugt, daß man mit gezieltem Einzeltraining - vor allem die Spieltechnik, sowie Eröffnungen (die ja bekanntlich sogar beim Schach etwas bringen) entscheidend seine Spielstärke verbessern kann.
Es ist aber natürlich ein teurer Weg den nicht jeder gehen kann weil im die finanziellen Mittel fehlen.
Ehrgeiz vorausgesetzt habe ich einen ebenso gangbaren Weg eingeschlagen. Ich trainiere in einem anderen Verein wo auch die schwächsten meine Spielstärke haben.
Erstaunlicherweise trainieren sogar fast alle 1. Mannschaftsspieler ernsthaft mit einem. Anfangs wurde das Materialspiel mit Mißtrauen aufgenommen aber inzwischen spielen selbst die stärksten Spieler mit (Verbandsliga) Den Respekt habe ich mir durch sehr viele Satzgewinne erspielt. Außer den Damen Badenliga die nur schießen u. kontern wollen, ist jeder bereit gegen den "krummen" Spieler zu spielen.
Ein Nachteil ist allerdings ich komme kaum zum VH Spiel da die starken Spieler mich konstant auf den Noppen halten.
Es geht also auch so - wenn ich es könnte würde ich auch den Weg von Coqito einschlagen.

SSS geändert code?
VH :Tibhar Nimbus 1,8
RH :SAVIGA V in OX
Spielklasse: Kreisliga pos. 1

Westpfalz Süd TTC FISCHBACH 2


#10 flatterstar

flatterstar

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  • Mitglied
  • PIP
  • 1 Beiträge
  • Interests:Segeln,<br>TT<br>Familie<br>

Geschrieben 25 Oktober 2008 - 11:57

Hallo,

ich spiele in einer Betriebssportgemeinschaft ohne Trainer,

in einer Vereinsmanschaft mit Trainer sowie nehme gelegentlich Trainerstunden für Balleimertraining. Das ist bei den Trainern gar nicht so teuer. Ich teile mir dann eine Stunde mit meinem Sohn. Mein Sohn geht seit dem ab wie eine Rakete.

Mir hat es auch sehr viel gebracht. Beispielsweise in einer Stunde das Systemtraining gegen Antibeläge.

Bei der Betriebssportgruppe sind viele auch im Verein. Die es nicht sind kommen nicht weiter und spielen technisch jahrelang in der Regel unorthodo.

Gruß
Flatterstar
Gruß

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Holz: Andro Kinetik all+
Vorh.Belag: Plasma 380 1.8
R.H.: Rocket medium 1.6

2. Holz: Donic Opticon RS
Vorhand: Galardo 2.0
Rückhand: Innova Ultralight 2.0

#11 faltimo

faltimo

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  • Profimitglied
  • 25 Beiträge
  • Location:berlin

Geschrieben 28 Oktober 2008 - 09:11

hallo
bin schon der meinung das ein individuelles training für uns "alten" etwas bringt,auch wenn nur in punkto sicherheit gegen ln , anti etc. was rüberkommt.werde mir mal gedanken machen wo ich in berlin einzeltraining bekommen kann , oder hat jemand einen tipp für mich
mfg faltimo
kreisliga/berlin
re-impact tachi normalblatt
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