Zum Inhalt wechseln


Foto

Tachi 2019, Preference 2019, M3 Select, Barath 2019 - ein Vergleich


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
Keine Antworten in diesem Thema

#1 olaf242

olaf242

    Newbie

  • Profimitglied
  • 32 Beiträge

Geschrieben 28 Oktober 2019 - 02:28

Ich konnte ja dank Achim in den letzten Monaten einige Neu-Entwicklungen testen und wollte hier mal eine Zusammenfassung für die Interessenten machen, die vielleicht auch etwas überfordert sind, das alles richtig einzuordnen. Ich muß dazu aber sagen, dass ich alle Hölzer ausschließlich immer mit Noppen-Innen Beläge getestet habe - vorwiegend härtere Tensoren (Acuda S1 Turbo, Acuda P1 Turbo) und Chinabeläge mit weicheren Schwämmen (Skyline 3-60 und Hurricane 3-50)

Die Hölzer:

Tachi 2019
M3 Select
Preference 2019
Barath 2019

Ich habe alle Hölzer mit normalen Balsa, aber auch mit Stirnholz Balsa getestet. Wird Stirnholz Balsa eingesetzt, so ist generell ein etwas direkteres Spielgefühl verbunden mit mehr Spin zu beobachten. Das hat Vor- und Nachteile beim Spiel - deswegen kann man nicht sagen, Stirnholz ist auf jeden Fall immer die bessere Variante - das hängt stark auch vom eigenen Spiel ab. Mit normalen Balsa Schichten lassen sich viel einfacher spinärmere Bälle erzeugen, beim passiven Spiel und beim "Abtropfen" können so viel unorthodoxere Bälle produziert werden, ein Druckschupf (nenne ich mal so, weil ich den so spiele wie andere mit Noppen-Belägen) sind da viel gefährlicher. Anschlagannahme "kann" leichter sein, weil man den Spin besser zurückgeben und kontrollieren kann. Also gerade im passiven Spiel und Verteilen halte ich das normale Balsa für etwas geeigneter.

Möchte ich jedoch aktiver an die Bälle herangehen, den Ball besser führen, mehr Spin und flachere Bälle produzieren, dann kann das Stirnholz Balsa da unterstützend wirken (z.B. bei einem 3 / 2 / 3 Aufbau wie beim neuen Barath könnte man die Vorhand mit Stirnholz, die Rückhand mit normalen Balsa ausführen und hätte spürbare unterschiedliche Spieleigenschaften). Besonders bei Spinbällen oder harten Schüssen empfand ich das Stirnholz im Kern für sehr ausgewogen, hat auch insgesamt dem Holz mehr Steifigkeit gegeben - mit entsprechend einhergehender Kontrolle. Im passiven Spiel ist es etwas fehleranfälliger und man muß die Bälle besser aktiv spielen (das muß man beim Plastikball am besten eh fast immer) - um die Vorteile auch zu nutzen.

Alle neuen Hölzer sind auf der Vorhand tempoorientiert ausgelegt, also selbst das Tachi 2019 ist auf der VH flott unterwegs und kein Defensiv Holz - klar kann ich mit jedem auch gut Schnittabwehr von hinten spielen, aber bei jedem Holz geht Topspin und Block sehr gut. Der Hauptunterschied bei allen Hölzern ist eher die Rückhand - hier werden z.B. beim Tachi 2019 und beim M3 Select harte Lärchefurniere eingesetzt, wobei der Furnieraufbau dann beim Tachi 2019 anders ist als beim M3 Select, das Preference und das Barath 2019 ähnelt eher der Vorhand.

Spin VH:
Preference: o
Tachi 2019: +
Barath 2019: +
M3 Select: ++

Spin RH:
Preference: o
Tachi 2019: +
Barath 2019: +
M3 Select: +

Jetzt habe ich bei allen Hölzern auf der Rückhand fast das gleiche Spinverhalten angegeben - das täuscht aber ein bisschen, weil der Unterschied besteht in dem Tempo und in der Kombination Tempo und Spin - und nur so lassen sich dann später auch die Spieleigenschaften erklären.

Tempo VH:
Preference: ++
Barath 2019: ++
M3 Select: +
Tachi 2019: +

Tempo RH:
Preference: ++
Barath 2019: +
M3 Select: o
Tachi 2019: -

Auch wenn ich das Tachi 2019 mit Tempo "-" bewertet habe, ist es kein langsames Holz auf der Rückhand (das gilt nur als Vergleich innerhalb der Holzreihe). Langsam ist gerade bei dem Plastikball leider nicht mehr gewünscht, da er eh schon die generelle Eigenschaft hat, nicht die gleiche Flugbahn wie ein Zelluloid Ball aufzuzeigen und viel früher einbremst, würde man bei vielen langsamen Bällen (die nur etwas zu hoch kommen), abgeschossen werden. Deswegen ist gerade das Spiel nach vorne mit etwas Tempo effektiver und das Tempo der Hölzer soll den Spieler unterstützen. Ich kann mit einem langsamen Holz auch feste Bälle mit Tempo spielen, nur ist das wesentlich kraftaufwändiger und auf Dauer sehr anstrengend. Das Holz sollte mit seinem Grundtempo es leichter machen.

Das Preference ist für alle Spieler geeignet, die gerne das Balsa Spielgefühl haben, passiv gerne verteilen, schnittunanfällig sein möchten und eher mit einem druckvollen Konterspiel und leichtgängigen Topspins ihr Spiel machen. Das Holz lebt vom Tempo und vom Balsa Effekt, leere Bälle einfach zu produzieren, den Gegner in kurz/lang Verteilung aus dem Konzept zu bringen und mit einem Endschlag oder Block den Punkt zu machen. Da es eher spinunanfällig ist, macht es geraden Spielern unterer Klassen es einfacher, die Bälle zu kontrollieren und eher mit graden Grundschlägen oder passiven Blocks das Spiel zu bestreiten. Ich habe mit dem Holz aber auch Gegner um die TTR 1850 geschlagen - also es ist durchaus für jede Spielklasse geeignet, es hängt vom Spieltypen einfach ab.

Das Spinwunder ist das M3 Select, besonders auf der Vorhand können extrem viel Spin in Angaben und Topspins erzeugt werden. Das ging mir z.B. in einem Meisterschaftsspiel soweit, dass der Gegner mir vorzeitig die Hand gegeben hat, weil er meine Angaben permanent nicht retounieren konnte (das waren aber nur "einfache" Unterschnitt Angaben - aber halt mit viel Suppe drin). Das mittelschnelle Tempo vom M3 Select in Verbindung mit viel Spin macht es auf der Vorhand sehr gefährlich auch im offenen Spiel. Auf der Rückhand ist das Tempo etwas reduzierter, durch das harte Lärchefurnier ergibt sich aber ein schönes, direketes Spielverhalten und man kann Bälle druckvoll setzen, egal mit Block oder Unterschnitt. Hier sollte man aber alle Bälle immer etwas auch nach vorne "treiben", dann werden diese auch sehr spinnig und gefährlich. Aufschlagannahme ist sehr kontrolliert und es erzeugt auch viel Spin mit etwas mehr Kontrolle wie auf der Vorhand. Dadurch kann man gerade mit der Rückhand gefährlicher verteilen und das Vorhandspiel vorbereiten.

Wer es mehr etwas defensiver auf der Rückhand möchte, der sollte das Tachi 2019 ausprobieren. Es hat keine (absolut) langsame Rückhand, aber sie ist noch etwas kontrollierter wie beim M3 Select mit ähnlichen Eigenschaften. Je nachdem, ob man normales Balsa oder Stirnholzbalsa verwendet, ergeben sich flachere Flugkurven (für Noppen Beläge eventuell besser geeignet). Spinlose Bälle zu produzieren ist schwieriger als beim Preference und durch die langsamere Rückhand sind auch lange Druckschupfbälle in Ecken nicht so effektiv. Dafür bietet es spinkontrolliertes Blockverhalten, sehr eklig für den Gegner aktiv zu spielen und eine perfekte Kontrolle beim Rückhandschuss. Wer gerne über der Platte auch mal mit der Rückhand angreift und fester/aktiver spielen möchte, dem bietet das Tachi 2019 die besseren Möglichkeiten, ohne Angst haben zu müssen, dass die Bälle hinten rausfliegen.

Mein momentanes Lieblingsholz ist das Barath 2019, es spielt sich ähnlich dem Preference, ist also auf der Vorhand wie Rückhand vom Tempo eher gleich (im Gegensatz zum Orignal Barath mit dem 224 Aufbau), hat aber ein viel direkteres Spielgefühl - und dennoch einen weichen und angenehmen Ballanschlag. Mit einem normalen Tensor Belag war es mir auf der Vorhand schon einen Tick zu schnell, mit einem Chinesen (Hurricane 3-50) spielt es sich einzigartig sicher. Topspins, Gegentopspins, Anziehen auf Unterschnitt, Block ... alles funktioniert sehr leichtgängig und vor allem mit einer enormen Kontrolle. Mit keinem Holz konnte ich bis jetzt mit dem Hurricane so harmonisch spielen, im passiven Spiel gibt es viel Kontrolle, beim aktiven Spiel geht mit dem Hurricane so richtig die Post ab, dass die Gegner die Bälle bei einem festgezogenen Topspin nicht mehr zurückbringen - die Bälle tauchen nach dem Absprung nach unten ab und sind nur noch schwer gegenzuziehen. Die Rückhand finde ich aber viel interessanter - bei nur leicht angezogenen Bällen können diese sofort mit einen harten Block abgeschossen werden, bei Unterschitt kurz mit viel Unterschnitt zurück abzulegen oder auch ein Angriff auf Unterschnitt passt perfekt. Auch das alles ging bei den anderen Hölzern mit dem Skyline 3-60 auch gut, aber beim Barath 2019 ist die Kombination vom kurz/passiv Spiel bis hin zum aggressiven Block/Schuß Spiel oder langes Setzen von Bällen mit viel Unterschnitt viel ausgewogener - hier klappen alle Schläge gleich gut und gerade für einen Allround Spieler das optimale Holz.

Soviel zu den Einschätzungen von mir zu den Hölzern - wer Fragen hat, kann sie gerne stellen oder direkt einfach sich an Achim wenden. Gerade bei der Wahl des Balsa Holzes (normales oder Stirnholz) kann er besser beratend tätig sein.






Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0